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Archive for the ‘Wirtschaft’ Category

Lange Zeit waren Investmentbanker die schillernden Figuren der Bankenszene. Doch die große Zeit der risikofreudigen Finanzjongleure ist vorbei. Gefragt sind heute solide Controller und Juristen – auch aus Kostengründen.

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von Christian Panster
Bankenviertel in Frankfurt: Die Branche sucht neue Fachkräfte. Quelle: dpa
Bankenviertel in Frankfurt: Die Branche sucht neue Fachkräfte. Quelle: dpa

Das war’s. Paul Stevensen* muss seinen Schreibtisch räumen. Er gehört nicht mehr dazu – zu den Investmentbankern, den einstigen Herrschern des Universums. Sein Arbeitgeber, eine große angelsächsische Bank, braucht ihn nicht mehr. Kaum noch Milliardenübernahmen, die es abzuwickeln gilt; zu wenige Börsengänge, die in Krisenzeiten eingefädelt werden müssen. Es gibt nicht mehr genug Platz für Herrscher. Und Stevensen ist nicht allein.

Rund 100.000 Arbeitsplätze wollen die internationalen Finanzkonzerne in ihren Investment-Banking-Abteilungen streichen. Möglicherweise werden es sogar noch mehr. Besonders eifrig wird bei den französischen Banken gekürzt, aber auch in Großbritannien.
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In der Finanzmetropole London dürften einer Prognose des Forschungsinstituts CRBS zufolge allein in diesem und im nächsten Jahr rund 27.000 Stellen wegfallen. Die Sparte werde zwar fester Bestandteil einer Bank bleiben, sagt Stefanie Schulz von der internationalen Personalberatung Michael Page, „die Boomjahre im Investment-Banking allerdings sind vorbei“.

Viele Banken können sich aufgrund der neuen Eigenkapitalanforderungen die teuren Investmentbanker schlicht nicht mehr leisten. Mindestens neun Prozent muss die Eigenkapitalquote der Kreditinstitute künftig betragen, so will es die europäische Bankenaufsicht Eba; die großen Finanzkonzerne, die sogenannten Sifis, müssen sogar noch mehr Kapital vorhalten. Um die Quoten zu erreichen, spart die Branche, wo es nur geht. Beteiligungen werden verkauft, Risiken abgebaut – und Arbeitsplätze gestrichen. „Gerade die europäische Bankenindustrie droht aufgrund ihrer Struktur überproportional von der Regulierung betroffen zu werden“, sagt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann

Gefragt ist in den Banken heutzutage eine ganz andere Spezies Mitarbeiter: Kontrolleure und Risikoexperten. „Spezialisten, die sich mit der Umsetzung der neuen Regeln nach Basel III auskennen etwa“, sagt Personalexpertin Schulz. Lange Zeit eher verlacht in den Banken als Erbsenzähler und weit unten verortet, was Gehalt und Prestige betraf, mittlerweile aber heiß begehrt auf dem Arbeitsmarkt. Denn mit den immer neuen Anforderungen der Bankenregulierer kommt jede Menge Arbeit auf die Branche und ihre Spezialisten zu.
Der Markt ist für Fachleute ist sehr klein

In vielen Banken seien die Abteilungen, die sich mit derlei Dingen befassten, sehr klein, sagt Schulz. Und müssten deshalb jetzt zum Teil deutlich ausgebaut werden. Hinzu kommt, dass der Markt für diese Fachleute sehr eng sei, meint Werner Klein, Bankenexperte bei der Beratungsgesellschaft Hostettler, Kramarsch und Partner.

Die Tausenden Arbeitsplätze, die in den kommenden Jahren im Investment-Banking wegfallen, werden die neuen Stellen allerdings nicht kompensieren. Ob diese Stellen in der näheren Zukunft wieder besetzt werden, ist völlig ungewiss. „Die Branche verändert sich derzeit rasend schnell“, sagt Rolf Tilmes, Professor an der European Business School. „Es gibt mittlerweile extrem hohe Hürden für die Finanzdienstleister – wegen der Regulierung.“ Dabei ist die Finanzbranche in den vergangenen Jahren schon deutlich geschrumpft, insbesondere in Deutschland. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi arbeiten noch 657.000 Menschen für eine Bank oder Sparkasse, im Jahr 2000 waren es noch 775.000. Rund die Hälfte der 120.000 weggefallenen Stellen wurden bei den privaten Banken gestrichen.

Aber wohin führt der Wandel – wie wird die Welt der Banken aussehen, eine Welt, in der die Investmentbanker nicht mehr die uneingeschränkten Herrscher sind? Werden in den Finanzkonzernen künftig überwiegend Risikomanager und Controller sitzen? Nicht nur. „Ein großer Trend für die kommenden Jahre wird sein, dass die Kreditinstitute ihr Kerngeschäft, also das Privatkundengeschäft stärken“, sagt Personalexpertin Schulz. Gute Berater seien gefragt. Und dieser Trend werde auch nachhaltig sein.

Allerdings habe sich das Berufsbild grundlegend geändert, meint Tilmes. Früher war der Beruf des Bankkaufmanns geprägt von einer sehr hohen Kontinuität und Sicherheit. „Heute ist das nicht mehr der Fall.“

*Name von der Redaktion geändert

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Still aber stetig steigern deutsche Unternehmen ihre Umsätze in Asien. Doch eine Handelsblatt-Analyse zeigt: Gerade Dax-Konzerne haben noch Nachholbedarf. Die zweite Reihe der Deutschland AG dagegen zeigt, wie es geht.

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von Ulf Sommer
Der Dax-Konzern Volkswagen schneidet mit Marken wie Audi beim Asien-Umsatz noch vergleichsweise gut ab. Andere Dax-Größen müssen Rückstände aufholen. Quelle: dpa
Der Dax-Konzern Volkswagen schneidet mit Marken wie Audi beim Asien-Umsatz noch vergleichsweise gut ab. Andere Dax-Größen müssen Rückstände aufholen. Quelle: dpa

DüsseldorfChina und die Schwellenländer gelten in der deutschen Wirtschaft als die wichtigsten Märkte der Zukunft. „Hier haben wir gewaltige Möglichkeiten“, sagt der Chef des Henkel-Konzerns, Kasper Rorsted.

Der Topmanager hat das Potenzial erkannt. Doch hat er auch schon genug getan, es zu heben? Nur 14,5 Prozent des Gesamtumsatzes von 7,8 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2011 erwirtschaftete der Markenartikler in Asien.

So wie bei Henkel gibt es bei den meisten der 30 Dax-Konzerne noch Luft nach oben. Sie haben zwar seit 2006 ihre Umsätze in Asien nach Berechnungen des Handelsblatts um 90 Prozent auf durchschnittlich 15 Prozent der Gesamterlöse erhöht.
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Doch das ist wenig im Vergleich zur zweiten Reihe der Konzerne. So kommt etwa Aixtron, der Anlagenbauer für die Halbleiterindustrie, in den Schwellenländern auf einen Umsatzanteil von 90 Prozent.
Aufbruch nach Asien Die Vorreiter unter den Top-Konzernen

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Den Nachholbedarf der Dax-Konzerne illustrieren zum Beispiel die 14 Prozent Asien-Umsatzanteil der Post oder der Lufthansa. Diese Größenordnung entspricht nicht einmal dem Anteil der deutschen Exporte nach Asien, der im ersten Halbjahr 2011 bei 16,2 Prozent lag. Noch viel schlechter schneiden der Gesundheitskonzern Fresenius und der Handelsriese Metro ab, die nur 9,4 beziehungsweise 5,8 Prozent ihrer Erlöse in Asien erzielen. Ausnahmen sind der Asien-Pionier Siemens mit einem Umsatzanteil von inzwischen 19 Prozent und VW. Die Wolfsburger verkauften in diesem Jahr mehr als ein Viertel ihrer Autos in China

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Michael Brückner

Fünf der sechs Mitglieder im Direktorium der Europäischen Zentralbank kommen aus insolvenzgefährdeten Staaten der Euro-Zone. Der einzige deutsche Vertreter sollte nach dem Willen der Kanzlerin neuer Chefvolkswirt werden. Doch Jörg Asmussen wurde mit einem weniger einflussreichen Posten abgespeist. Chefvolkswirt ist nun Peter Praet, früher in der gleichen Position für die belgisch-niederländische Pleitebank Fortis verantwortlich.

Das neue Jahr begann mit einem deutlichen Signal an alle Anleger – doch bedauerlicherweise war es kein gutes: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nun endgültig die Weichen gestellt, um von einem strikten Stabilitätskurs in der Tradition der Bundesbank Abschied zu nehmen. »Die EZB mag ihren Standort zwar in Frankfurt haben, doch auf ihren Fluren weht längst der Geist der Banca d’Italia«, schrieb dieser Tage ein deutscher Finanzjournalist goldrichtig. Mit der Berufung des

Belgiers Peter Praet zum neuen Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank werden alle hochkarätigen Positionen im Direktorium der vermeintlichen Euro-Hüter von Vertretern aus stark insolvenzgefährdeten Staaten besetzt.

An der Spitze steht Mario Draghi aus Italien – einem Land mit der zweithöchsten Verschuldung in der Euro-Zone nach dem de facto bankrotten Griechenland. Als Vizepräsident fungiert Vitor Constancio aus Portugal. Dieses Land musste bekanntlich im vergangenen Jahr unter den sogenannten Euro-Rettungsschirm flüchten, um gleichsam in letzter Minute einen Staatsbankrott abzuwenden. Und der neue Chefvolkswirt kommt aus einem Land, das aktuell mit fast 100 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts in der Kreide steht. Peter Praet war früher Chefvolkswirt der belgisch-niederländischen Fortis-Bank, die im Geschäftsjahr 2008 einen Verlust von atemberaubenden 22 Milliarden Euro aufwies und nur durch eine teilweise Verstaatlichung vor der Pleite gerettet werden konnte.

Ebenfalls im EZB-Direktorium vertreten ist der Franzose Benoit Coeure, der vorübergehend ebenfalls als neuer Chefvolkswirt im Gespräch war. Auf diesen Titel muss er nach der Berufung von Peter Praet zwar verzichten, er wird künftig aber das Ressort »Marktkooperationen« leiten. Damit übernimmt er die Verantwortung für die Anleihekäufe der Zentralbank. Und genau dies ist alles andere als eine beruhigende Botschaft, denn Coeure setzte sich in der Vergangenheit Insiderberichten zufolge für noch umfassendere Aufkäufe von Anleihen insolvenzgefährdeter Staaten ein. Ebenfalls im EZB-Direktorium vertreten ist José Manuel Gonzalez-Paramo aus Spanien – ebenfalls ein potenzieller Pleitekandidat in der Euro-Zone.

Drei bemerkenswerte Dinge gilt es daher am Beginn eines neuen Euro-Krisenjahres festzuhalten. Erstens stellt Deutschland zum ersten Mal seit Einführung des Euro nicht mehr den Chefvolkswirt. Diese Position war nicht zuletzt von hoher marktpsychologischer Bedeutung. Otmar Issing, der als ehemaliger Chefvolkswirt der Deutschen Bundesbank später das gleiche Amt in der EZB bekleidete, gilt nicht nur als international renommierter Ökonom, er personifizierte darüber hinaus die Stabilitätskultur der deutschen Währungshüter, die den Politikern – auch in der Bundesrepublik – schon immer ein Dorn im Auge war. Jürgen Stark, der aus Protest gegen die Aufkäufe von Pleite-Bonds im Herbst genervt das Handtuch warf, setzte diese Tradition fort.

Zweite Erkenntnis: Nur wenige Wochen nach dem Amtsantritt des neuen EZB-Präsidenten Draghi befindet sich das operative Organ der Zentralbank fest in den Händen der europäischen Pleitestaaten. Obwohl die Deutsche Bundesbank rund 19 Prozent des gezeichneten Kapitals der EZB hält (weitaus mehr als die Notenbanken anderer Staaten), hat Deutschland im Leitungsgremium der Zentralbank kaum noch etwas zu sagen.

Drittens ist die Berufung des Belgiers Peter Praet zum neuen Chefökonom eine schwere Niederlage für Angela Merkel und ihren Finanzminister Wolfgang Schäuble. Beide hatten ihren Kandidaten Jörg Asmussen zunächst über den grünen Klee gelobt. Es schien ausgemachte Sache zu sein, dass Deutschland weiterhin diese wichtige Position besetzt. Jetzt soll Asmussen als »Außenminister« der EZB fungieren, manche nennen ihn schon den »Gruß-August«. Nur noch peinlich klingen vor diesem Hintergrund die Versuche Schäubles, dieses grandiose Scheitern schönzureden. Von einer »ausbalancierten Entscheidung«, sprach der Finanzminister. Und davon, dass die EZB mit Praet gut aufgestellt sei. Schäuble war es, der Anfang Oktober seinen Kandidaten Asmussen im Kreis seiner Kollegen aus der Euro-Zone durchsetzte. Damit galt als sicher, dass der Deutsche die Position des Chefvolkswirts übernehmen würde. Kaum war der neue EZB-Chef Draghi im Amt, galten die Vereinbarungen plötzlich nicht mehr. Im Frankfurter EZB-Tower hat ein Kartell der Schuldensünder die Verantwortung übernommen.

 

 


Quelle: KOPP ONLINE

 

 

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